Die SkinnerBoxMixes sind eine auf Kooperation angelegte Sammlung eigenständiger Projekte von Künstlerinnen und Künstlern, deren Werk sich normalerweise in ganz unterschiedlichen, meist analogen Medien bewegt. Für den grössten Teil unter ihnen war es das erste interaktive CD-ROM-Projekt überhaupt.
Gemeinsam war allen zwölf Projekten die Thematik, der Ausgangspunkt:
die SkinnerBox, eine Versuchsanordnung zur Erforschung des Lernverhaltens von Ratten, das bekannte Ratten-Labyrinth. Von dieser gemeinsamen Basis ausgehend sind eine Fülle von verschiedenen Arbeiten zusammengekommen, welche die Möglichkeiten des Mediums jeweils auf ihre eigene Art ausloten.
Die Beiträge der Künstlerinnen und Künstler sind in der Regel speziell für die CD entwickelt worden. An der Viper 2000 bereits ausgezeichnet*, fand die definitive Fertigstellung der SkinnerBoxMixes erst über ein paar Umwege statt, als wäre der Titel bereits Programm gewesen.
*Viper Swiss Award for Media Arts/CD-ROM 2000
Beiträge:
Daniele Buetti: Take Me Home (Video)
Ein geheimnisvoll leuchtendes Lichtobjekt – eine dieser Jahrmarktskugeln, aus deren Mitte sich elektromagnetische Blitze entladen – schwebt schwerelos durch eine verdunkelte Wohnung wie ein Stern durch eine ferne Galaxie.
Franticek Klossner: Remastered Remix Identity
Durch das Verändern der Daten der DNA-Analyse, die der Künstler von sich machen liess, kann der User ein wenig Gott spielen und die Physiognomie des Kinderportraits von Franticeck Klossner verändern.
L/B (Sabina Lang und Daniel Baumann, mit Michael Vögeli):
Wrestlers Delight
Die Lebenspartner und Arbeitskollegen L/B lassen sich steuern. Es lässt sich aus einer Serie durchaus aggressiver Wrestling-Handlungen auswählen. In dem von Michael Vögeli geschriebenen Programm lassen sich auch automatisierte Abläufe zusammenstellen und abspielen.
Dominique Lämmli und Markus Bucher: Manchmal liebe ich Dich
Eine poetische animierte Liebesgeschichte von Dominique Lämmli und Markus Bucher. Die Text-Bild-Ton-Collage lädt dazu ein, im humorvollen Animationsgedicht auf Entdeckungsreise zu gehen und sich verführen zu lassen.
Raoul Marek (mit Ute Wassermann): I Get What I See
Raoul Marek lässt die Betrachterin/den Betrachter zu einem von ihm und Ute Wassermann erarbeiteten Soundtrack Farbflecken interpretieren, was dann wiederum zu einer Interpretation dieses Prozesses führt. Diese lässt sich dann auch vom Künstler direkt erwerben und ausdrucken.
Barbara Mühlefluh: Klick
Die Arbeit von Barbara Mühlefluh lässt Texte, Textfragmente und Systemtöne aus dem Dunkel der (Computer-) Black Box entstehen. Die schwarze Monitorfläche wird zum Text- und Klangraum.
Bessie Nager und Nicoletta Wartmann: Tremurs
Immer dann, wenn man sie nicht erwartet, treten sie in Erscheinung, die Wurmknäuel von Bessie Nager begleitet vom geheimnisvollen Sound von Nicoletta Wartmann. Als nicht ungeliebte Störefriede manifestieren sie sich beim Betrachten der anderen Beiträge der CD. Somit ist dieser Teil vom Hauptmenu her nur bedingt zu erreichen. Dort zeigt sich nur ein Beispiel mit einer kurzen Erläuterung dieses Projekts.
Kotscha Reist (mit Simon Hostettler): Erfolg
Der Künstler bewegt sich als eine von David Aebi fotografierte Spielfigur ganz in der in der Art der einfachen Spiele der Computer-Urzeit. Er ist auf Hilfe angewiesen, das widerspenstige, mit„Erfolg“ beschriftete Holzkistchen zu packen. Die begleitenden Sounds sind von Simon Hostettler.
relax (Chiarenza, Hauser, Croptier): ecopop
Nach einem kurzen „Schulfilm“, der zum Projekt von relax führt, findet man sich an einem Tisch wieder und hat die Möglichkeit, sich den kleinen alltäglichen Freuden hinzugeben, nicht ohne sich vor den gleichermassen alltäglichen kleinen unvermeidlichen Katastrophen in Acht nehmen zu müssen.
Laurent Schmid: Chicaboom
Chickaboom reagiert auf die Aktivität des Benutzers. Zuviel Aktivität bringt alles wunderbar in Bewegung, kann aber zu Schäden führen... Ein Software-Teil, der sich abnutzt.
Nika Spalinger: active Rat (Video)
Eine vom Rhythmus gepackte Ratte: von Nika Spalinger während eines New Yorker Aufenthalts zum Tanzen gebracht und darauf wieder in die Freiheit der städtischen Kanäle entlassen.
Emanuel Tschumi: amokrat
Ein Ego-Shooter von Emanuel Tschumi. Waffe und Szene aus dem Basler Umfeld sind wählbar, doch da hören die Gemeinsamkeiten zu den üblichen Spielen bereits auf.
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